Lichterketten

Aus allen Wolken fällt ein Engel
Vor Weihnachten ins Stadtgedrängel.
Er ist erschrocken und verwirrt,
Kein Wunder, dass er sich verirrt.
Er kann sich vor Lichterketten
Sozusagen kaum noch retten.

In der Stadt wird er verpönt,
Weil er nicht genug gedröhnt.
Ja, selbst draußen auf dem Land
Ist heilig nur der Glühweinstand.
Hinter einem jeden Hügel
Gibt`s zu kaufen Engelsflügel.

Dem Engel, so heruntergekommen,
Hat man den heiligen Schein genommen.
Die Nacht ist einsam und sehr eisig,
Der Engel legt sich auf das Reisig.
Heute ist es echt zum Klagen,
Er träumt von früheren Weihnachtstagen.

Er möchte nicht mehr Engel sein,
Denn alle lieben nur den Schein.
Doch siehe da, ja welch ein Glück,
Da kommt der heil`ge Schein zurück.
Die Menschen ließen diesen laufen,
Sie konnten sich nichts dafür kaufen.

Ja, die Menschen tun schon klug,
Und sie kriegen nie genug.
Nein ein Engel hier auf Erden,
Wollt dieser Engel hier nicht werden.
Er schreit zum Himmel: „ Holt mich schnell!“
Da wurd' ihm warm und es wurd' hell.

Unser kleiner Weihnachtsengel,
Der hörte auf mit dem Gequengel,
Man sah ihn auf kleinen Blitzen
Zum Himmel hoch auf Wolken flitzen.
Manchmal, wenn man horcht empor,
Hört man ihn im Engelchor.

Wir sind wahrlich keine Engel,
Sondern auch nur Menschenbengel.
Ein gutes Jahr 2004,
Prost, ja darauf trinken wir
Mindestens ein Gläschen aus
Regine, Nina, Niko, Klaus.

(c) Regine Range


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Lichterketten

(2003 - 12 - 24 )